Wilde Malve

Diese Pflanze kennen wir fast nur noch als Zierpflanze in den Gärten und als Zusatz in Haustees um eine hübsche Farbe zu erhalten. Als „Energiepflanze“ für die Biogasgewinnung ist sie auch im Gespräch.

Als Heilpflanze hingegen führt die wilde Malve, Malva sylvestris, ein Schattendasein.

Die Malve ist als Heilmittel in China bereits seit 5000 Jahren bekannt, wird im Alten Testament von Moses als Fiebertrank eingesetzt und war vor allem im Mittelalter eine wichtige Heilpflanze.

Die getrockneten Blüten enthalten auf ihr Gewicht bezogen 8 – 10% Schleimstoffe, etwas Gerbsäure und Anthocyane (ca. 7%) wie z.B. das Malvin.

Die einhüllende Wirkung des Schleims auf Hustenrezeptoren und Schleimhäute lindert trockenen Reizhusten und leichte Entzündungen im Magen-Darmtrakt. Die Anthocyane haben einen antioxidativen, leicht adstringierenden und leicht entzündungshemmenden Effekt. Die schleimhautschützende Wirkung ist so gut, dass die Resorption von anderen Arzneimitteln gehemmt werden kann. Daher sollte ein Einnahmeabstand von 1 Stunde eingehalten werden.

Um einen Tee zuzubereiten macht man wie bei allen Schleimdrogen einen Kaltauszug.  3 – 4 Teelöffel geschnittene getrocknete Malvenblüten werden mit 150 ml kaltem Wasser angesetzt und 8 Stunden bzw. über Nacht abgedeckt stehen gelassen. Dann wird vorsichtig auf Trinktemperatur erwärmt, abgeseiht und in kleinen Schlucken getrunken. Von diesem Tee trinkt man 1 – 3 Tassen am Tag. Man kann damit bei Entzündungen im Mund-Rachenraum  auch gurgeln.

Nachdem der Kaltauszug erwärmt wurde, sollte er sofort verbraucht werden, da einmal erwärmter Malventee leicht zu Verkeimung neigt.

 

Wunderschöne Winterwanderung mit Petra (Dreifürstensteig)

– Heilsam für Körper, Geist und Seele-

Husten – was tun?

Auf der Basis des Inhaltes der beiden vorhergehenden Beiträge ergeben sich folgende logische Konsequenzen:

Im Herbst vorbeugend das ganze Element Metall (TCM, später mehr dazu), zu dem Lunge, Dickdarm, Haut und Schleimhäute gehören, mit Lungenkraut zu stärken ist eine Möglichkeit. Das macht sich auch positiv im Element Wasser bemerkbar, zu dem das Immunsystem gehört. Immunschwache und/oder gestresste Zeitgenossen profitieren auch von Taigawurzel, Stressadaptativum auf der einen Seite und Stärkung der inneren Organe auf der anderen, hilft sie mit Stress besser fertig zu werden. Parallel ist es, wenn man sich viel in geschlossenen Räumen mit Heizung/Klimaanlage aufhält, angebracht die Nasenschleimhäute sorgfältig zu pflegen und feucht zu halten. Das geht gut via Nasenspülungen oder Nasensprays mit isotonischer (0,9%) Salzlösung, am besten mit hochwertigem Meersalz.

Mit diesen Maßnahmen erreicht man, dass die Wächter an der Eintrittspforte für Atemwegserkrankungen in Topzustand sind und somit die Bedrohung für die empfindlicheren tieferen Abschnitte der Atemwege auf ein Minimum reduziert wird.

Bei trockenem, unproduktivem Reizhusten kommen die Schleimdrogen, die Mucilaginosa, wie Eibisch, Huflattich, Isländisches Moos, Malve, Spitzwegerich und Königskerze (Wollblume) zum Einsatz. Sie überziehen die empfindlichen trockenen Schleimhäute mit einem Schutzfilm. Diese Schleimdrogen werden als Tee immer kalt angesetzt, z.B. über Nacht, dann vorsichtig auf Trinktemperatur erwärmt, abgeseiht und in kleinen Schlucken getrunken. Lungenkraut kann ebenfalls an dieser Stelle zum Einsatz kommen, sollte dann aber auch kalt ausgezogen werden, um die volle Wirkung der Schleimstoffe zu bekommen.

Da ausreichender erholsamer Schlaf ganz wichtig ist für die Regeneration des Körpers, empfehle ich bei erkältungsbedingtem trockenem Reizhusten, der sich ein- und durchschlafstörend gebärdet, zur Nacht einen konventionellen Hustenstiller aus der Apotheke zu Hilfe zu nehmen.

Ist der Husten produktiv, dann kann man dem Organismus am besten mit schleimlösenden, enzündungshemmenden, entkrampfenden und antimikrobiellen Kräutern helfen. Thymian und Efeu sind da die erste Wahl, unterstützt von Primel, Süßholz und Lungenkraut. Als Tee werden sie einzeln oder in einer Mischung zubereitet. 1 – 2 Teelöffel mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Da über die „süßen“ Geschmacksknospen auf der Zunge und in der Mundschleimhaut via Parasympathikus die Bronchosekretion angeregt wird, sollen Hustentees immer gesüßt sein. Ein Teelöffel guter Honig in den auf Trinktemperatur abgekühlten Tee ergänzt die Wirkung der Kräuter hervorragend.

Grundsätzlich ist auf reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten, da im Organismus genügend Wasser vorhanden sein muss, damit die Becherzellen in den Schleimhäuten erfolgreich Schleim in der richtigen Konsistenz produzieren können.

alle Bilder: Wikipedia

Isländisches Moos

Das isländische Moos, Cetraria islandica, ist botanisch betrachtet kein Moos sondern eine Flechte. Aber dieses Missverständnis mindert seinen Wert in keinster Weise. Es fällt in Deutschland unter den Artenschutz und darf hier NICHT gesammelt werden.

von Amphis (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

von Amphis (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Isländisch Moos hat eine lange Anwendungstradition und ist seit dem 17. Jahrhundert unter Namen wie Lungenmoos oder Fiebermoos bekannt. Die Kommission E erkannte die Anwendung bei Husten, Schleimhauterkrankungen und Appetitmangel an. Einige Versuche deuten zudem auf eine immunmodulierende Wirkung hin. Diesen beiden Tatsachen verdanken wir wahrscheinlich, dass Isländisch Moos in Pastillenform in der Apotheke als Arzneimittel zu erhalten ist.

Auch hier haben wir es mit einer Pflanze zu tun, deren Hauptwirkstoffe die wasserlöslichen Schleimstoffe sind. Im  Falle von Isländisch Moos sind die Schleimstoffe mit bitteren Flechtensäuren vergesellschaftet. Das führt neben der beruhigenden Wirkung auf die Schleimhäute zu einer Anregung des Appetits und einer gewissen tonisierenden Wirkung.

Um einen Tee zuzubereiten macht man wie bei allen Schleimdrogen einen Kaltauszug. 1 – 2  Gramm geschnittene getrocknete Droge werden mit 1 Tasse kaltem Wasser angesetzt und 3 – 5 Stunden abgedeckt stehen gelassen. Dann wird vorsichtig auf Trinktemperatur erwärmt, abgeseiht und in kleinen Schlucken getrunken. Von diesem Tee trinkt man 1 – 3 Tassen am Tag. Zur Appetitanregung am besten 30 Minuten vor dem Essen.

Nachdem der Kaltauszug erwärmt wurde, sollte er sofort verbraucht werden, da einmal erwärmter Kaltauszug aufgrund des Schleimgehaltes leicht zu Verkeimung neigt.

 

Husten- und nun?

Akuter Husten ist also ein unter Umständen lebensrettender Reflex wenn die Atemwege verlegt sind oder in Gefahr sind verlegt zu werden. Er selber ist nicht die Störung, die es zu bekämpfen gilt. Es müssen die Ursachen für die Auslösung dieses Reflexes gefunden und möglichst behoben werden.

Die häufigste Ursache (beim Menschen) ist die  Erkältung. Wenn dabei die Symptome länger als eine Woche persistieren und/oder Fieber dazukommt, das Allgemeinbefinden sich drastisch verschlechtert, dann sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, der schaut, ob sich die zunächst harmlose Erkältung nicht vielleicht doch in eine Bronchitis verwandelt oder gar eine Lungenentzündung ist.

Chronischer Husten ensteht, wenn die Funktion der Flimmerhärchen gestört ist und sie nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten können. In dem Fall übernimmt der Husten ihre Aufgabe. Die Abklärung der Ursachen dafür obliegt dem Arzt, der auch untersucht, ob Funktionsstörungen anderer Organe für den chronischen Husten verantwortlich sind.

Was passiert bei einer Erkältung in unseren Atemwegen?

Eine wichtige Funktion der oberen Atemwege ist das Anfeuchten und Erwärmen  der eingeatmeten Luft, damit sie genau die richtige Temperatur und Feuchtigkeit für den optimalen Gasaustausch in den Lungenbläschen hat. Desweiteren muss die Luft auch von Partikeln wie z.B. Staub oder Pollen  gereinigt werden, damit die nicht die terminalen Bronchioli verlegen und damit Lungenbläschen vom Gasaustausch ausschließen.

Schematische Darstellung eines Bronchiolus terminalisA: Alveolen, M: zirkuläre Muskelschicht des Bronchiolus, D: Schleimhautdrüse, BT: Bronchiolus terminalis, PA: Äste der Pulmonalarterie, PV: Äste der Pulmonalvenen, N: Nerv, BR: Bronchioli respiratorii, AS: Alveolarsepten, DA: Ductus alveolaris

Schematische Darstellung eines Bronchiolus terminalis
A: Alveolen, M: zirkuläre Muskelschicht des Bronchiolus, D: Schleimhautdrüse, BT: Bronchiolus terminalis, PA: Äste der Pulmonalarterie, PV: Äste der Pulmonalvenen, N: Nerv, BR: Bronchioli respiratorii, AS: Alveolarsepten, DA: Ductus alveolaris

Schadstoffe werden ebenfalls entfernt, damit sie nicht über die Lungenbläschen ins Blut und damit in den Körper hinein gelangen. Das gleiche gilt für so genannte Krankheitserreger.

Im Herbst/Winter können die Schleimhäute da schon mal überfordert sein. Trockene Heizungsluft drinnen und trockene kalte Luft draußen müssen kompensiert werden. Reicht die Kapazität dafür nicht aus, kann ein trockener Reizhusten entstehen. Bei relativ trockenen Schleimhäuten ist die Funktion des schleimhaut-assoziierten Immunsystems eingeschränkt. Vielleicht ist auch das Immunsystem generell durch Stress unterschiedlichster Genese gerade nicht in Top-Form. Kommt dann noch ein hoher Erregerdruck in der Umgebung dazu, gelangen diese Erreger tiefer in die Atemwege als vorgesehen.

Jetzt starten die tiefergelegenerne Abschnitte der Atemwege mit geringeren Durchmessern durch, um Schlimmeres zu verhindern. Es wird dort verstärkt Schleim produziert, die Schleimhäute schwellen an, die Luftwege verengen sich und der Hustenreflex springt an, um die Wege wieder freizublasen.  Es kommt zum „produktiven“ Husten.

Weiter geht’s mit Husten – was tun?

Bildquelle: By Patrick J. Lynch, medical illustrator, modified by Christian2003 (Patrick J. Lynch, medical illustrator) [CC-BY-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)%5D, via Wikimedia Commons

Was ist eigentlich Husten?

Husten ist ein komplex geregelter Körperreflex. Bestimmte Reize aktivieren sogenannte Hustenrezeptoren, also Fühler, die sich vor allem in den Atemwegen befinden: im Kehlkopf und Rachen, in der Luftröhre und den Hauptbronchien. Nach Empfang des Hustenreiz-Signals über vegetative Nervenimpulse lösen das Husten- und das Atemzentrum im Gehirn den Hustenreflex aus. Es folgen rasches und tiefes Einatmen, Verschluss des Kehlkopfs, Zusammenziehen der Atemmuskeln, dadurch hoher Druck in den elastischen Bronchien, und der Luftröhre bis hoch zum Kehlkopf, Öffnen des Kehlkopfdeckels und abruptes Ausstoßen der Luft. Kräftige Hustenstöße können Luftflussgeschwindigkeiten bis zu 1000 km/h generieren.

Die Atemmuskulatur, allen voran das Zwerchfell, muss dabei tüchtig arbeiten. und die Bauch- und Rückenmuskeln helfen kräftig mit. So kann es nach heftigem Husten durchaus zu „Muskelkater“ der betroffenen Muskeln kommen. Husten lässt sich, wenn es sein muss, aber auch willentlich bis zu einem bestimmten Punkt unterdrücken oder bewusst auslösen.

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By Patrick J. Lynch, medical illustrator (Patrick J. Lynch, medical illustrator), via Wikimedia Commons

Was will jetzt der Organismus mit dieser Aktion erreichen? Er will die Atemwege reinigen. So hilft der Hustenstoß wie übrigens auch das Niesen, die Atemwege von Sekreten mitsamt inhalierter Schadstoffe zu befreien. Noch ein paar Hustenstöße, und die Sache ist wieder bereinigt.

Unter normalen gesunden Bedingungen wird diese Reinigungsarbeit tagein tagaus von den Flimmerhärchen in den Bronchien geleistet. Diese befördern das Sekret, das kontinuierlich von den Becherzellen der Atemwegsschleimhäute gebildet wird nebst der darin verfangenen eingeatmeten Partikel, systematisch in Richtung Kehlkopf. Sind die Flimmerhärchen geschädigt oder ist das Sekret durch eine Krankheit verändert, zu zäh, zu kompakt oder im Übermaß vorhanden, könnte es die Bronchien verstopfen oder Schadstoffe würden überhand nehmen. Die lebenswichtige Sauerstoffaufnahme und damit das Überleben wären in Gefahr. Hier hilft sich der Organismus mit dem Hustenreflex als Retter in der Not.

Husten ist also nicht grundsätzlich so „böse“ wie er im Volksmund gerne genannt wird, sondern Retter in „bösen“ Situationen.

Weiter geht’s mit Husten – und nun?

Lungenkraut

Winterzeit – Hustenzeit, hustende Menschen sind im Moment nahezu allgegenwärtig, die Wartezimmer der Ärzte voll mit ebendiesen. Antibiotika, Schleimlöser, Hustenreizstiller die aktuellen Renner in der Apotheke. Nur wenige Menschen wissen noch wie man sich auch selber mit altbewährten Kräutern helfen kann.

Eines dieser Kräuter ist das Lungenkraut, Pulmonaria officinalis.

Echtes Lungenkraut Pulmonaria officinalis Deut...

Officinalis bedeutet, dass es zur Zeit der Namensgebung in jeder Apotheke vorrätig war. Heute ist dieses Kraut fast ganz in Vergessenheit geraten und dabei könnte es so hilfreich sein.

Früher galt es als wichtige Heilpflanze bei Lungenerkrankungen aller Art vom einfachen Husten bis hin zu Lungentuberkulose. Kieselsäure, Schleimstoffe und Saponine machen es auch unter modernen Gesichtspunkten zu einem guten Mittel für die Atemwege. Gerbstoffe und Allantoin wirken außerdem entzündungshemmend, nicht nur in den Atemwegen sondern auch auf die Darmschleimhaut . Damit kann es auch bei Entzündungen der Darmschleimhaut hilfreich sein. Äußerlich angewandt fördert es mittels der beiden letztgenannten Inhaltsstoffe sogar die Wundheilung der Haut.

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English: dried Pulmonaria officinalis Herb Deutsch: getrocknetes Lungenkraut (Photo credit: Wikipedia)

Für einen Tee nehmen Sie 1 – 2 Teelöffel getrocknetes Lungenkraut und übergießen es mit 1 Tasse kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken. 3 mal 1 Tasse am Tag ist die übliche Dosierung, akut bei Husten oder besser noch im Herbst als 3-wöchige Kur um die Resistenz der Schleimhäute Ihrer Atemwege für den Winter zu stärken.

Hunde und Katzen haben eher selten Probleme mit den Atemwegen, die Lunge eines Pferdes hingegen kann durchaus anfällig sein. Sollten Sie Halter eines Pferdes sein, das  trotz artgerechter Haltung und Fütterung im Herbst/Winter gerne mal Probleme mit Haut, Lunge und/oder Darm hat, dann empfiehlt sich auch in dem Fall eine Herbstkur mit 30g getrocknetem Lungenkraut täglich über 3 Wochen. Ihrem Pferd können Sie das Lungenkraut einfach übers Futter geben,