Husten- und nun?

Akuter Husten ist also ein unter Umständen lebensrettender Reflex wenn die Atemwege verlegt sind oder in Gefahr sind verlegt zu werden. Er selber ist nicht die Störung, die es zu bekämpfen gilt. Es müssen die Ursachen für die Auslösung dieses Reflexes gefunden und möglichst behoben werden.

Die häufigste Ursache (beim Menschen) ist die  Erkältung. Wenn dabei die Symptome länger als eine Woche persistieren und/oder Fieber dazukommt, das Allgemeinbefinden sich drastisch verschlechtert, dann sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, der schaut, ob sich die zunächst harmlose Erkältung nicht vielleicht doch in eine Bronchitis verwandelt oder gar eine Lungenentzündung ist.

Chronischer Husten ensteht, wenn die Funktion der Flimmerhärchen gestört ist und sie nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten können. In dem Fall übernimmt der Husten ihre Aufgabe. Die Abklärung der Ursachen dafür obliegt dem Arzt, der auch untersucht, ob Funktionsstörungen anderer Organe für den chronischen Husten verantwortlich sind.

Was passiert bei einer Erkältung in unseren Atemwegen?

Eine wichtige Funktion der oberen Atemwege ist das Anfeuchten und Erwärmen  der eingeatmeten Luft, damit sie genau die richtige Temperatur und Feuchtigkeit für den optimalen Gasaustausch in den Lungenbläschen hat. Desweiteren muss die Luft auch von Partikeln wie z.B. Staub oder Pollen  gereinigt werden, damit die nicht die terminalen Bronchioli verlegen und damit Lungenbläschen vom Gasaustausch ausschließen.

Schematische Darstellung eines Bronchiolus terminalisA: Alveolen, M: zirkuläre Muskelschicht des Bronchiolus, D: Schleimhautdrüse, BT: Bronchiolus terminalis, PA: Äste der Pulmonalarterie, PV: Äste der Pulmonalvenen, N: Nerv, BR: Bronchioli respiratorii, AS: Alveolarsepten, DA: Ductus alveolaris

Schematische Darstellung eines Bronchiolus terminalis
A: Alveolen, M: zirkuläre Muskelschicht des Bronchiolus, D: Schleimhautdrüse, BT: Bronchiolus terminalis, PA: Äste der Pulmonalarterie, PV: Äste der Pulmonalvenen, N: Nerv, BR: Bronchioli respiratorii, AS: Alveolarsepten, DA: Ductus alveolaris

Schadstoffe werden ebenfalls entfernt, damit sie nicht über die Lungenbläschen ins Blut und damit in den Körper hinein gelangen. Das gleiche gilt für so genannte Krankheitserreger.

Im Herbst/Winter können die Schleimhäute da schon mal überfordert sein. Trockene Heizungsluft drinnen und trockene kalte Luft draußen müssen kompensiert werden. Reicht die Kapazität dafür nicht aus, kann ein trockener Reizhusten entstehen. Bei relativ trockenen Schleimhäuten ist die Funktion des schleimhaut-assoziierten Immunsystems eingeschränkt. Vielleicht ist auch das Immunsystem generell durch Stress unterschiedlichster Genese gerade nicht in Top-Form. Kommt dann noch ein hoher Erregerdruck in der Umgebung dazu, gelangen diese Erreger tiefer in die Atemwege als vorgesehen.

Jetzt starten die tiefergelegenerne Abschnitte der Atemwege mit geringeren Durchmessern durch, um Schlimmeres zu verhindern. Es wird dort verstärkt Schleim produziert, die Schleimhäute schwellen an, die Luftwege verengen sich und der Hustenreflex springt an, um die Wege wieder freizublasen.  Es kommt zum „produktiven“ Husten.

Weiter geht’s mit Husten – was tun?

Bildquelle: By Patrick J. Lynch, medical illustrator, modified by Christian2003 (Patrick J. Lynch, medical illustrator) [CC-BY-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)%5D, via Wikimedia Commons

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