Was ist eigentlich Husten?

Husten ist ein komplex geregelter Körperreflex. Bestimmte Reize aktivieren sogenannte Hustenrezeptoren, also Fühler, die sich vor allem in den Atemwegen befinden: im Kehlkopf und Rachen, in der Luftröhre und den Hauptbronchien. Nach Empfang des Hustenreiz-Signals über vegetative Nervenimpulse lösen das Husten- und das Atemzentrum im Gehirn den Hustenreflex aus. Es folgen rasches und tiefes Einatmen, Verschluss des Kehlkopfs, Zusammenziehen der Atemmuskeln, dadurch hoher Druck in den elastischen Bronchien, und der Luftröhre bis hoch zum Kehlkopf, Öffnen des Kehlkopfdeckels und abruptes Ausstoßen der Luft. Kräftige Hustenstöße können Luftflussgeschwindigkeiten bis zu 1000 km/h generieren.

Die Atemmuskulatur, allen voran das Zwerchfell, muss dabei tüchtig arbeiten. und die Bauch- und Rückenmuskeln helfen kräftig mit. So kann es nach heftigem Husten durchaus zu „Muskelkater“ der betroffenen Muskeln kommen. Husten lässt sich, wenn es sein muss, aber auch willentlich bis zu einem bestimmten Punkt unterdrücken oder bewusst auslösen.

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By Patrick J. Lynch, medical illustrator (Patrick J. Lynch, medical illustrator), via Wikimedia Commons

Was will jetzt der Organismus mit dieser Aktion erreichen? Er will die Atemwege reinigen. So hilft der Hustenstoß wie übrigens auch das Niesen, die Atemwege von Sekreten mitsamt inhalierter Schadstoffe zu befreien. Noch ein paar Hustenstöße, und die Sache ist wieder bereinigt.

Unter normalen gesunden Bedingungen wird diese Reinigungsarbeit tagein tagaus von den Flimmerhärchen in den Bronchien geleistet. Diese befördern das Sekret, das kontinuierlich von den Becherzellen der Atemwegsschleimhäute gebildet wird nebst der darin verfangenen eingeatmeten Partikel, systematisch in Richtung Kehlkopf. Sind die Flimmerhärchen geschädigt oder ist das Sekret durch eine Krankheit verändert, zu zäh, zu kompakt oder im Übermaß vorhanden, könnte es die Bronchien verstopfen oder Schadstoffe würden überhand nehmen. Die lebenswichtige Sauerstoffaufnahme und damit das Überleben wären in Gefahr. Hier hilft sich der Organismus mit dem Hustenreflex als Retter in der Not.

Husten ist also nicht grundsätzlich so „böse“ wie er im Volksmund gerne genannt wird, sondern Retter in „bösen“ Situationen.

Weiter geht’s mit Husten – und nun?

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